Wheelchairracing

Rollstuhlrennen sind eine Disziplin der Leichtathletik und Teil des Rollstuhltriathlons. Da es hierbei um Geschwindigkeit geht, ist es von entscheidender Wichtigkeit, die Rennrollstühle aus möglichst leichten Materialien zu fertigen. Meist kommt Aluminium zum Einsatz, doch gibt es auch Prototypen, für die noch leichtere Carbon Fasern verwendet werden.

Die Geschichte des Rennrollstuhls beginnt in den 1970er-Jahren mit modifizierten Alltagsrollstühlen und Eigenbauten, die etwa bei ersten Rennen in Meckenbeuren auf Distanzen um 20 km eingesetzt wurden. Rollstuhl-Rennen gibt es seit 1968 im Paralympics-Programm. 1980, kurz nach den Paralympics in Arnheim, entwickelte Errol Marklein mit der Firma Sopur (heute Sunrise Medical) den Track. Dieser gehörte wie der aus den USA stammende Top End zu den ersten seriell hergestellten Rennrollstühlen der Welt. Die frühen Modelle waren noch vierrädrig, was sich aber als Nachteil erwies: Durch die geringe Spurtreue waren zu viele Richtungskorrekturen notwendig, was sich negativ auf die Geschwindigkeit auswirkte. Spätere Modelle waren deshalb nur noch dreirädrig und hatten kaum mehr Ähnlichkeit mit Alltagsrollstühlen. Im Gegensatz zu den ersten Modellen sind die heutigen Sportgeräte nur noch dreirädrig und haben kaum noch Ähnlichkeit mit Alltags-Rollstühlen. Diese Renn-Rollstühle garantieren eine bessere Spurtreue. 1983 wurde damit begonnen, größere Laufräder zu verwenden, 1985 wurden dann auch deutlich größere Vorderräder montiert. Damit einher gingen Verbesserungen der Sitzposition des Athleten. Um eine dynamischere Sitzposition zu erreichen, setzte sich 1986 durch, dass die Füße der Fahrer immer weiter nach hinten verlagert wurden. Ab 1989 war ein integrierter Lenkmechanismus für die Stadionkurvenüblich, danach veränderte sich das Design der Rennrollstühle, abgesehen von einer Verlängerung des Rahmens, nicht mehr entscheidend.

Bei den Wettkämpfen wird eine Klassifizierung vorgenommen, die Klassen sind mit den Nummern 51 bis 58 ausgewiesen. Mit den leicht modifizierten Alltagsrollstühlen der 1960er Jahre haben die modernen Sportgeräte allerdings fast nichts mehr gemein. Bereits in den 1970ern begann die Entwicklung der Renn-Rollstühle, in den 1980ern gab es dann die ersten seriell gefertigten Sportgeräte im Handel.

Mit dem Aufkommen des Handbikes, das höhere Geschwindigkeiten und steilere Steigungen erlaubt, ging die Zahl der Rennrollstuhlfahrer zurück. Die Liegend-Fahrrädern ähnelnden Handbikes erlauben höhere Geschwindigkeiten und Steigungen. So schafft ein Top-Athlet im Rollstuhl etwa 36 km/h, der Handbiker bis zu 80 Kilometer pro Stunde.